Niko Kappel ist wieder in Halle

Mit Niko Kappel kommt der Paralympics – Goldmedaillengewinner von 2016 und Drittplatzierte der Paralympics von Tokio 2021 wieder nach Halle. Er hat sich seit seinem ersten Start hier, den er immer im Feld der „Großen“ absolviert, zu einem der Publikumslieblinge entwickelt. 

In diesem Jahr bekommt er in den Halleschen Brandbergen einen starken Gegner. Der US-Amerikaner Hagan Landry startet seinen vierwöchigen Europa-Aufenthalt mit seinem ersten Start bei den Werfertagen. Er holte sich in Tokyo die Silbermedaille vor Niko. Beide treffen seit den Paralympics das erste Mal wieder aufeinander. Ihr  Wettbewerb ist in das Kugelstoßen der Frauen mit eingebettet. 

 

Das Diskuswerfen der Männer ist eine fast reine deutsche Angelegenheit in diesem Jahr. Zwar führt die Meldeliste der Kolumbianer Mauricio Ortega an, der im letzten Jahr mit 70,29 m für eine Überraschung sorgte, aber hinter ihm reihen sich alle deutschen Spitzenwerfer um Christoph Harting und Martin Wierig ein. Für sie wird es darum gehen, die recht hohen Normen für die Weltmeisterschaften in Eugene (USA) und die Europameisterschaften in München zu übertreffen. Der erste deutsche, der das in diesem Jahr schon geschafft hat, ist der Magdeburger Henrik Janssen. Er hat in seinem ersten Wettkampf Anfang Mai mit 66,20 m beide Normen übertroffen und damit die Führung in der Deutschen Bestenliste übernommen. 

 

Drei deutsche Olympiafinalisten in Halle

Von den Olympische Spielen im vergangen Jahr in Tokio kamen die deutschen Werferinnen und Werfer mit einer Silbermedaille und drei weiteren Finalplatzierungen nach Hause.
Ohne Zweifel die beste deutsche Werferin war Kristin Pudenz, die sich in Tokio unter schwierigen Umständen eine Silbermedaille erkämpft hatte. Die erste Olympiamedaille für die deutschen Diskuswerferinnen seit Ilke Wyluddas Olympiasieg 1996 in Atlanta. Kristin wird gemeinsam mit den beiden weiteren Tokio-Starterinnen Marike Steinacker und Claudine Vita in Halle bei den diesjährigen „HALPLUS-Werfertagen“ antreten. Steinacker sicherte sich bei ihrem ersten Auftritt auf so großer internationaler Bühne sehr souverän und überraschend den letzten Finalplatz. Vita landete direkt dahinter auf dem neunten Platz.

Mit Sara Gambetta hatte auch Halle einen Platz in den Top Acht. Die Kugelstoßerin sicherte sich vor Ort mit einer persönlichen Bestleistung das Finale in Tokio und wir natürlich bei ihrer Heimveranstaltung auch in den Ring steigen.

Saras Disziplinkollege, Doppelweltmeister und Olympiazweite von 2012, David Storl wird nach einigen verletzungsbedingt schwierigen Jahren noch einmal den Angriff in Richtung Weltspitze unternehmen. Er ist in Halle seit vielen Jahren Stammgast bei den Werfertagen und wusste hier auch schon als Jugendlicher zu überzeugen.

Revanche der Hallenweltmeisterschaften

Das Kugelstoßen der Frauen verspricht einer der interessantesten und spannendsten Wettbewerbe der diesjährigen Werfertage zu werden. Vier der besten acht Athletinnen der letzten Hallen-Weltmeisterschaften, die im März in Belgrad stattfand, kommen nach Halle. Allen voran die amtierende Hallenweltmeisterin Auriol Dongmo aus Portugal, sowie die Silbermedaillengewinnerin Chase Ealey (USA) – beide mit Bestleistungen von über 20 Metern. Mit den beiden starten noch die Schwedin Fanny Roos (4. Platz) und die Britin Sophie McKinna (8. Platz). In diesem sehr spannenden Wettkampf konnte sich die Portugiesin erst mit dem letzten Stoß den Titel sichern. 

Mit Sara Gambetta, Katharina Maisch, Julia Ritter und Yemisi Ogunleye sind natürlich auch die besten deutschen Kugelstoßerinnen am Start und werden sich der Konkurrenz stellen und um die Qualifikationsweiten für die Weltmeisterschaften in Eugene (USA) und die darauffolgenden Europameisterschaften in München kämpfen. 

Hinter den Kulissen




Die Werfertage in der wunderschönen Saalestadt sind weitaus mehr, als nur eine atemberaubende Veranstaltung der Leichtathletik, bei welcher sich die internationalen Stars der Szene duellieren. Jedes Jahr gibt es über 100 ehrenamtliche Helfer, ohne die ein solches Event schlichtweg nicht möglich wäre.

Wer kümmert sich um die medizinische Versorgung? Wer transportiert die Sportler zu ihren Unterkünften? Was gibt es dieses Jahr an den Merchandise Ständen? Wer baut denn alles  auf und auch wieder ab? Dies ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt an Fragen, die nach einer passenden Antwort suchen. Die Lösung ist aber immer gleich, unsere Helfer!

Wir möchten uns schon im Vorraus bedanken für eine Unterstützung die nicht selbstverständlich ist und über die wir uns jedes Jahr wieder vom Herzen freuen dürfen.

Die Vorbereitungen sind gestartet!

Im Januar  fand die erste Sitzung des Organisationsteams statt. In den monatlichen Meetings wird wieder daran gearbeitet eine der traditionsreichsten und familiärsten Leichtathletikveranstaltungen Deutschlands auf die Beine zu stellen. Hochklassige Teilnehmerfelder in den jeweiligen Disziplinen, ein parallel startendes Kinderfest und genügend Wettkampfrichter sind nur einige Themen von vielen, denen sich das Team um Meetingleiter Dr. Falk Ritschel in den nächsten Monaten widmet. Und das alles als ehrenamtliche Tätigkeit wohlgemerkt, aus Spaß an der Sache, Liebe zum Sport und Überzeugung für das große Ganze. Denn alle arbeiten hier für ein Ziel …

Eine erfolgreiche und spannende 46. Auflage der HALPLUS Werfertage!

Fallen am Wochenende die 90m?

Am vergangenen Sonnabend erst konnte Bernhard Seifert beim Speerwurf – Meeting in Offenburg seine Bestleistung von 85,17 m auf 89,06 m steigern. Am kommenden Wochenende wird er bei den HALPLUS – Werfertagen antreten. Der Meetingrekord besteht übrigens seit 2003 und liegt bei 87,92 m. Geworfen von Jan Zelezny. Der stärkste Konkurrent des Vorjahressiegers wird wohl der Inder Shivpal Singh sein, der 2019 auch schon 86,23 m geworfen hat.

Ein anderes interessantes Duell könnte sich im Hammerwurf abspielen. Der dreimalige Weltmeister Pawel Fajdek wird gegen den Olympiasieger von 2016, Dilshod Nazarov, antreten. Beide kennen die Anlage in Halle von mehreren Auftritten bei den Werfertagen in den letzten Jahren. Fajdek hat in diesem Jahr die 80 m schon übertroffen und führt damit die Weltjahresbestenliste an. Am nächsten kommt ihm am Wochenende wohl der Amerikaner Sean Donnelly, der immerhin auf Platz drei der Liste ist.

Die Top-Wettbewerbe der Werfertage im Livestream

Bei der 45. Auflage unserer weltweit bekannten Veranstaltung wird es in diesem Jahr eine Neuerung geben. Die Spitzenwettbewerben am Sonnabend nachmittag werden weltweit im Livestream übertragen. In Zusammenarbeit mit runjumpthrow.com kann man sich die Weltklasse-Sportler ansehen. Natürlich ist es viel schöner und interessanter, direkt in den Halleschen Brandbergen die Wettkämpfe zu beobachten und den Kontakt zu den Sportlern zu suchen.

Wie zum Beispiel zum Polen Piotr Malachowski, der das Feld im Diskuswurf der Männer anführt. Der Weltmeister von 2015 ist seit über zehn Jahren in der absoluten Weltspitze. Er wird mit dem Jamaikaner Frederick Dacres sicher die härteste Konkurrenz für die deutschen Werfer Martin Wierig, Daniel Jasinski und David Wrobel sein. Im insgesamt hochklassigen Feld sind allein die ersten acht Werfer mit Bestweiten von über 66 m gemeldet.

Europameisterin Christin Hussong wirft in Halle

Christin Hussong hatte im letzten Jahr im Finale der Europameisterschaften von Berlin nicht viel für Spannung übrig. Gleich mit ihrem ersten Wurf machte sie im Finale die Goldmedaille klar. Mit 67,90 m stellte sie direkt eine neue Bestleistung auf und ihre Gegnerinnen vor eine unlösbare Aufgabe. Auch 2019 startet für sie schon sehr gut. Bei ihrem Wettkampfeinstieg beim Diamondleague-Meeting in Shanghai wurde sie Dritte und ließ den Speer schon wieder über 64 m fliegen.

Als gern gesehener Stammgast wird sie sich in Halle neben der US-Amerikanerin Kara Winger auch mit der Neuseeländerin Kathrin Mitchell auseinandersetzen müssen. Auch Mitchell kennt die Anlage in Halle von ihren Starts bei den Werfertagen und einem Trainingsaufenthalt im Wurfzentrum. Sie ist mehrfache nationale Meisterin und gewann die Commonwealth-Games im letzten Jahr mit einer Weite von 68,92 m. Damit war sie 2018 Weltjahresbeste vor der vierzehn Jahre jüngeren Christin Hussong.